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28-12-09 - 11:17
   
Software-Änderungen kosten die DAX 30-Konzerne über 1 Mrd. Euro jährlich
 
  • Experten gehen davon aus, dass sich in einem Konzern jährlich bis zu 2.000 betriebliche Abläufe verändern – die Software muss jedes Mal angepasst werden
  • BPM-Papst Herbert Kindermann warnt vor Ad-hoc-Prozessen: „E-Mail-Excel-Geschäftsprozess breitet sich wie eine Krake aus“

Rohrbach bei München, 3. Dezember 2009 – Durch ständig notwendige Änderungen an den firmeninternen Softwaresystemen entstehen den 30 größten deutschen, börsennotierten Unternehmen jährlich Kosten von weit über 1 Mrd. Euro. Zu diesem Ergebnis kommt der BPM-Spezialist (Business Process Management) jCOM1 AG aufgrund einer Analyse über Geschäftsprozessveränderungen in Konzernen.

Die Experten gehen davon aus, dass sich in einem Konzern jährlich zwischen 1.000 und 2.000 betriebliche Abläufe verändern und die Software dementsprechend angepasst werden muss. Das Spektrum reicht von neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen über Marktanforderungen bis hin zur Optimierung von Betriebsabläufen. „Jede Umstellung in der Software kostet durchschnittlich zwischen 10 und 100 Arbeitstage, die kalkulatorisch mit 500 bis 1.000 Euro Tagessatz zu bewerten sind“, rechnet jCOM1-Vorstand Herbert Kindermann vor, der jahrelang das internationale BPM-Geschäft bei IDS Scheer aufgebaut hat, bevor er zu jCOM1 wechselte.

„Die Situation verschärft sich für die Konzerne von Jahr zu Jahr, weil die Geschwindigkeit, mit der Änderungen auftreten, stetig zunimmt“, sagt der häufig als „BPM-Papst“ titulierte Kindermann. Diese Beschleunigung führt nach Beobachtung des jCOM1-Chefs dazu, dass über die Hälfte aller Änderungen schon wieder überholt sind, bevor sie von der IT-Abteilung überhaupt in der Software berücksichtigt werden können. „Wenn sich die Abläufe etwa in einer Fachabteilung im Monatsrhythmus ändern, aber die IT-Zentrale drei Monate braucht, um die Software anzupassen, dann dreht sich da eine Spirale in Richtung Absurdistan – mit enormen Kosten für die deutsche Wirtschaft“, warnt Kindermann.

Nach Untersuchungen von jCOM1 sind heute schon gut zwei Drittel der Geschäftsprozesse in den Konzernen gar nicht mehr in Standardsoftware wie SAP oder Oracle festgehalten. Vielmehr greifen die Beschäftigten zu sog. Ad-hoc-Prozessen, bei denen beispielsweise eine Excel-Tabelle per E-Mail verschickt wird. „Der E-Mail-Excel-Geschäftsprozess breitet sich in den Konzernen wie eine Krake aus, der die IT-Abteilung weitgehend machtlos gegenüber steht“, stellt der BPM-Spezialist fest. Nach Recherchen von jCOM1 entfällt derzeit schon jeder dritte Geschäftsprozess auf das E-Mail-Excel-Modell. Ein weiteres Drittel wird nach Kindermanns Einschätzung mit Access verwirklicht. „In einem Konzern gehen jede Woche zwischen zwei und fünf neue Access-Server in Betrieb“, weiß er aus Erfahrung und warnt: „Das bedeutet, zwei Drittel aller Geschäftsprozesse in den Konzernen sind weitgehend an der IT-Abteilung vorbei, mehr oder minder chaotisch entstanden und praktisch nicht dokumentiert.“


   

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